Frieden – Würde – Verantwortung: Drei Gedanken zum Jahreswechsel.
Warum mir dieses Thema gerade in der Weihnachtswoche wichtig ist
Gerade in diesen Tagen denke ich oft darüber nach, wie wir miteinander umgehen. In diesem Jahr habe ich Gespräche erlebt, in denen Unsicherheit, Enttäuschung, oder das Gefühl übersehen zu werden, eine Rolle spielen. Themenbereiche, wie die Situation am Arbeitsplatz, der Umgang in der Familie, Krankheit, Alt werden, waren in diesem Jahr deutlicher im Vordergrund, so kommt es mir jedenfalls vor. Sie zeigen mir, wie wichtig es ist, über die Würde des Menschen zu sprechen, und zwar nicht zu abstrakt, sondern ganz konkret. So, dass darüber nachgedacht werden kann.
Beobachtungen in unserer Gesellschaft, die mich nachdenklich machen
Mir fällt auf, dass unser öffentlicher Umgang miteinander oft härter geworden ist. Ob in politischen Diskussionen, in sozialen Medien und sogar in direkten Begegnungen sind schnelle Urteile ganz verbreitet, der gegenseitige Respekt gleichzeitig allerdings nicht immer selbstverständlich. Manche Menschen haben das Gefühl, ihre Meinung zähle nicht, andere glauben, sie müssten sich ständig rechtfertigen.
In manchen Debatten scheint es nur noch um die Frage zu gehen, zu welchem Lager man gehört. Dabei geht aus dem Blick verloren, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, eigene Sorgen, eigene Hoffnungen. Niemand sollte darauf reduziert werden, wie er eingeordnet wird.
Was Weihnachten ohne große Worte über Würde sagt
Weihnachten erinnert mich daran, das Würde nicht an äußere Umstände gebunden ist. Sie wird nicht zugeteilt, sie ist jedem Menschen gegeben. Diese Sicht hilft mir, auch im Alltag genauer hinzuschauen. Dort, wo Menschen unter Druck stehen, wächst schnell der Eindruck, dass ihr Wert sinkt. Aber das stimmt nicht!
Wenn ich genauer hinsehe, erkenne ich: würde zeigt sich nicht darin, wie erfolgreich jemand ist, sondern eben darin, wie er als Mensch geachtet wird. Diese Sichtweise wirkt auf die Art, wie wir beurteilen, wie wir miteinander sprechen und wie wir einander begegnen.
Warum würde unser Zusammenleben stärkt
Eine Gesellschaft verliert ihre Mitte, wenn die Würde Einzelner infrage gestellt wird. Mir fällt auf, das Vertrauen dann wächst, wenn Menschen sich gesehen fühlen. Vertrauen schwindet, wenn sie sich übergangen fühlen. Das hat persönliche Folgen, soziale Folgen, politische Folgen.
Ich glaube, dass Menschen heute stärker wahrgenommen werden möchten, dass ihre Sorgen ernstgenommen werden. Dass ihre Stimme zählt. Dass sie nicht nur Teil einer Statistik sind, sondern Teil einer Gemeinschaft.
Für dich: Fragen zu mitnehmen
In einer Zeit, in der vieles schneller und härter wirkt, lohnt sich einen Moment des stillen Nachdenkens darüber, was uns als Menschen wirklich trägt. Die folgenden Fragen möchten Dich behutsam dazu einladen, Deinen eigenen Blick auf Würde und ein respektvolles Miteinander zu klären.
- Wo erlebst Du im Moment Situationen, in denen Deine eigene Würde (oder die eines anderen) nicht richtig gesehen wird? Was macht das mit Dir?
- Welche Menschen in deinem Umfeld wünschen sich vielleicht mehr Respekt oder echtes Zuhören und welchen kleinen Schritt könntest Du tun, um ihnen dieses Gefühl zu geben?
- Gibt es Momente, in denen Du selbst zu schnell urteilst? Was würde sich ändern, wenn Du zuerst nach der Geschichte oder der Sorge hinter dem Verhalten fragst?
- Wo merkst Du, dass Du als Person gesehen und ernst genommen wirst und wie kannst Du diese Erfahrung auch anderen ermöglichen?
- Wenn Du auf Weihnachten schaust: welche Haltung erinnert Dich daran, dass die Würde eines Menschen nicht verdient werden muss, sondern schon da ist, auch bei denen, mit denen du es gerade schwer hast?
Vielleicht spürst Du beim Lesen, wie unterschiedlich Würde erlebt und auch verletzt werden kann. Jeder kleine Schritt auf den anderen zu, verändert oft mehr, als wir denken und er stärkt genau jene Mitte, die eine Gemeinschaft braucht, um menschlich zu bleiben.
